Mia Aegerter + Polo Hofer - Du bisch mini Heimat

MIA AEGERTER

Gränzgängerin
Release:
07.09.2012
Label:
TBA
Format:
CD
Article No.:
8017-2
EAN Code:
7619965801725
„Wer sich in Berlin nicht niederlässt, ist selber schuld! “. So wurde Max Frisch in einer TV- Doku zitiert und war damit Mias letzter Anstoss, den Neuanfang in Berlin zu wagen. Das war Juli 2011. Seitdem pendelt sie einmal mehr zwischen zwei Ländern, zwischen Freiheitsdrang und Heimatsuche und verkörpert damit den Zeitgeist der Generation Anfang, Mitte 30, die sich nicht festlegen will. Die inmitten der Globalisierung und „Internetbedingten Weltschrumpfung“, nach einer Identität und nach Grenzen in der Freiheit sucht. Aber Mia verkörpert auch ein Stück Schweiz. Das Künstler-Stück, das sich vom unkonventionellen Kreativ- Schmelztiegel Berlin, magisch angezogen fühlt.

Der Neuanfang war unumgänglich. Trennung nach sieben Jahre Beziehung. Beruflich hatte sie das Gefühl in einer Sackgasse gelandet zu sein. Sie kam an ihre Grenzen und ging darüber hinaus, in eine Stadt, die jeden zu akzeptieren scheint.“ Anfangs sprach ich nicht so gern darüber, dass ich eine Zweitwohnung in Deutschland habe.“ Viele Schweizer tun sich schwer eine Eidgenossin in ihrer Mitte zu akzeptieren, die immer mal wieder über den Tellerrand hüpft. Dabei ist sie die perfekte Verkörperung der modernen Schweiz. Frei, unabhängig, neutral, pickt sich aus jedem Land das Beste raus.„ Auswandern ist im Grunde was sehr Schweizerisches“ meinte Martin Suter, in einer anderen TV- Doku. Aber genauso schweizerisch ist es, Heimweh zu haben. Das Wort wurde im 17. Jahrhundert sogar von den Schweizern erfunden. Der Blick auf die Heimat aus der Ferne, stärkt die Verbundenheit zu den Wurzeln. Die Frage nach dem „zu Hause“ beantwortet Mia im Song “ Du bisch mini Heimat“, indem sie die Heimat personifiziert. „Wer sagt denn, dass die Heimat ein Ort sein muss? Vielleicht ist sie ein Geruch, ein Gefühl, ein Glaube oder eben ein anderer Mensch.“ Der Song ist eine Duettaufnahme mit Polo Hofer und die erste Single Auskopplung aus ihrem Album „Gränzgängerin“. Die Zusammenarbeit mit Polo, empfand sie als sehr bereichernd. „ Als ich ihn zum ersten Mal auf der Bühne sah, war ich 11 Jahre alt. Dass er mich als Songwriterin und Sängerin respektiert, ist für mich ein grosser Motivationsschub. Ausserdem ist er ein ewig Suchender. Damit kann ich mich identifizieren.“
Identitätssuche und die Auseinandersetzung mit kulturellen Unterschieden zwischen Deutschland und der Schweiz, ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr neues Musikalbum. So beschreibt sie im Song „CH “ , wie man als Schweizer seinen Dialekt gekonnt einsetzt, um „ die Deutschen“ aus zu tricksen. In „Du Idiot“ , schildert sie liebevoll ironisch, das ruhige Landleben und die Sehnsucht nach der pulsierenden Hauptstadt. In „Gränzelos“ beschreibt sie ihr Leben als Pendlerin.“ Wenn ich unterwegs bin, komme ich bei mir an. Ich reise allgemein sehr gerne, am liebsten alleine. Ich mag es mich mit Menschen anderer Kulturen zu konfrontieren und mich in Situationen zu begeben, die unüberschaubar und neu sind. Da stösst man auch schon mal an seine Grenzen.“ Reisen als neues Statussymbol? Zumindest scheint ihr Wunsch nach einem Auto oder einem Eigenheim nicht sonderlich ausgeprägt. Lieber sammelt sie Erfahrungen und erlebt Abenteuer. Guter Stoff für neue Songs.
Aber die Reise ging jetzt erst mal nach Berlin. Unweit von der „ Eastside Gallery “, um die Ecke vom Restaurant „ Schweizer Krone“, inmitten bunter Graffitis, fand sie ihre neue Bleibe. „Als ich an der Eastside Gallery, vor der bemalten Restmauer stand, wurde mir plötzlich klar, dass es mich immer wieder an die Grenzen zieht. Da wo Kulturen aufeinander knallen, ist Reibung und Aufbruch. Da ist das kreative Potential am Grössten.“ Vielleicht sind es aber auch ihre Wurzeln, die sie an die Grenzen gehen lässt? Aufgewachsen in Düdingen, quasi mitten im „Röschtigrabe“, wo die Deutschschweiz auf die Romandie trifft. Wo sich das grob-kauzige Freiburgerdialekt unter das süss-welsche Gezwitscher mischt und das „savoir vivre“, von deutschweizerischer Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im Zaum gehalten wird. „Fribourg ist meine Heimatstadt und hat mich für die musikalische Umsetzung des Albums sehr inspiriert! Der französische Charme der Ziehharmonika, die chansoneske Leichtigkeit der Kompositionen und im Kontrast dazu, immer mal wieder die alpenländische Tuba, für die Bodenhaftung.“ So ist auch der Song „ Chocolat“ in der malerischen Altstadt in Fribourg geboren. „Du muesch mi rüehre mit sehr viel Gfüu, I wirde hert, wirsch Du mir z’chüu.“ Der Song ist eine kokette Anspielung auf die Kulturunterschiede in Bezug auf die Liebe.“ In der Schweiz gibt es mittlerweile viele Deutsch- Schweizerische Liebesbeziehungen. Das Thema hat mich gereizt, da ich mich selbst ständig mit den Unterschieden konfrontiert sehe.“ Die Thematik geht über die Liebe hinaus, auch wenn sie Politik eher aus ihren Songs raus halten möchte. „Chocolat“, war auch ausschlaggebend, für eine Zusammenarbeit mit Frank Ramond (Roger Cicero, Annett Louisan). „Wir hatten uns auf einer Preisverleihung kennen gelernt. Danach hab ich ihm den Song geschickt und ihn um seine Meinung gebeten. Er fand das Thema und die musikalische Umsetzung gut und so entstand eine inspirierende Zusammenarbeit über mehrere Songs.“ Mia ist auch in ihrem vierten Album federführend und wie jedes ihrer Alben, hat sie auch dieses zusammen mit Julian Feifel (Gitarrist, Mitkomponist), produziert.“
01
D‘Jungs
02
Du bisch mini Heimat
03
Finger i d‘Ohre
04
Chocolat
05
Du Idiot
06
Duurbousteu
07
Gränzelos
08
CH
09
Bring mi hei
10
Härzfriedensbruch
11
Chliine Tod
12
Aues tue
13
7. Himufahrt
14
Hie u Jetzt